Wenn es passiert ist…ungewollt schwanger

Der schlimmste Fall, der eintreten kann ist der, dass man als Mädchen
oder als junge Frau trotz Verhütung schwanger wird.
Passieren kann dies immer. Manchmal als Folge einer falschen Anwendung
des Verhütungsmittels, manchmal auch einfach weil man unter die Anzahl
derer fällt, bei der das jeweilige Verhütungsmittel einfach versagt.
Die meisten Fälle von ungewollter Schwangerschaft beruhen allerdings
auf Fehlern bei der Anwendung des Verhütungsmittels. Sei es beim
Anlegen, z.B. eines Kondoms, oder bei der Einnahme der Pille.
Beim Kondom muss man beispielsweise auch nach dem Geschlechtsverkehr
noch auf die richtige Anwendung achten. Beim herausziehen des
männlichen Gliedes aus der Scheide kann das Kondom vom bereits
erschlafften Glied rutschen und sich dadurch das Sperma trotz
Verhütung in die Scheide der Frau ergiessen. Dies gilt es natürlich
unter allen Umständen zu verhindern.
Wenn dennoch eine ungewollte Schwangerschaft entstanden ist, bricht
für die junge Frau meist eine Welt zusammen. Ist sie noch
minderjährig, dann kommt als erstes der Gedanke daran, wie man die
Situation den Eltern erklärt. Danach kommen die Gedanken darüber, wie
man mit der neuen Situation umgehen soll. Verschiedene Gedanken werden
der jungen Frau durch den Kopf gehen. Von Abtreibung bis zur
Adoptionsfreigabe. Auch an eine Babyklappe wird sicherlich gedacht.
Tipps zur Abtreibung will ich hier nicht geben, dafür gibt es
verschiedene Beratungsstellen an die man sich wenden kann. Das Thema
Abtreibung muss unbedingt in einem persönlichen Gespräch geklärt
werden. Auch die Babyklappe sollte keine erstrebenswerte Lösung sein.
Die Schwangerschaft sollte die junge Frau den Eltern in jedem Fall
erzählen. Auch wenn es nsicher nicht ganz einfach ist, den Eltern
davon zu berichten ist dies der beste Weg. Die Eltern besitzen in der
Regel mehr Erfahrung im Umgang mit aussergewöhnlichen Situationen.
Auch wenn sie zuerst schimpfen, werden sie sicherlich alles daran
setzen, die Situation zuusammen mit der Tochter bestmöglich zu
meistern.
Mädchen die sich nicht trauen, alleine zu den Eltern zu gehen um von
der Schwangerschaft zu berichten, können eine Person ihres Vertrauens
bitten, den schweren Gang mit anzutreten. Dies kann die grosse
Schwester sein, oder eine Tante, Cousine oder eine andere Verwandte.
Die beste Freundin ist in diesem Fall keine gute Wahl, da diese von
den Eltern oft nicht als Person akzeptiert wird, die zu diesem Thema
etwas zu sagen hat.
Hat man niemanden, der dafür in Frage kommt, kann man sich auch an ein
Krieseninterventionsteam wenden, wie es sie in den meisten grösseren
Städten gibt. Hat man keine solche Einrichtung in der Nähe ist auch
ein Gang zum Jugendamt möglich. Auch der örtliche Pfarrer kann eine
solche Person sein. All diese Menschen sind sicherlich bereit, die
junge Frau bei dem schweren Gespräch mit den Eltern zu begleiten.
Eine Besonderheit ist es, wenn die Schwangere Minderjährig ist und der
Vater des Kindes bereits Volljährig. Dann kann nämlich noch eine
Straftat mit im Spiel sein. Auch diesen Aspekt sollte man nicht aus
den Augen lassen.
Völlig falsch ist es in jedem Fall, sich zurück zu ziehen und den
Vorfall, oder besser die Tatsache der Schwangerschaft vor allen zu
verschweigen. Denn ganz sicher kommt irgendwann einmal der Tag, an dem
es nicht mehr möglich ist, den Babybauch zu verbergen.
Die Gespräche, wie man mit der Schwangerschaft der jungen Mutter
umgeht und was man weiter unternimmt sollten auf jedem Fall
zuallererst das Wohl der Mutter und des Kindes zum Ziel haben, und
nicht die Sorge, was die Nachbarn oder das Jugendamt oder sonst jemand
dazu sagen wird.
Bei entsprechend offenen Umgang miteinander und bei einem guten
Zusammenhalt wird sich auch diese zugegebenermassen schwierige
Situation gemeinsam meistern lassen ohne dass dabei jemand auf der
Strecke bleibt.